Dance

Doris Uhlich

Habitat / Halle E

TQW Halle E
TQW Halle E
€ 30/25/20

Fr 25. + Sa 26. Oktober / TQW Halle E
Doris Uhlich
Habitat / Halle E
(Tanz)
Erstaufführung

Habitat / Halle E ist Doris Uhlichs bislang größte Choreografie: Die nackten Körper von 120 Menschen schnalzen, vibrieren und klatschen aufeinander zu elektronischen Sounds und abstrakten Techno-Tracks. Die Performer*innen zelebrieren ihre Einheit in der Vielfalt, als Individuen und Masse zugleich erobern sie den Raum in einer einnehmenden hochenergetischen bis kollektiv ruhenden Choreografie. Die Halle E verwandelt sich in ein „Habitat“ voller ungeahnter Lebensformen – das Publikum bewegt sich dabei frei im Raum. Dabei sprengt Habitat subversiv gängige Vorstellungen vom Körper, von Tanz und Nacktheit. Habitat ist eine Utopie. Eine schamlose, aber auch schambefreite Hymne auf einen nackten Körper jenseits von kulturellen Einschreibungen und gängigen Schönheitsidealen. Der Körper wird nicht zum Fetisch, zum Objekt degradiert und Fleischlichkeit nicht metaphorisch oder poetisch ideologisiert, sondern materiell aufgefasst und dabei mit seiner ganzen Masse und Wucht, aber auch in seiner Fragilität gezeigt.

Doris Uhlich entwickelt seit 2006 eigene Projekte. Im Werk der Choreografin steht oft die Beschäftigung mit Alltagsgesten oder auch, wie in SPITZE (2008) oder Come Back (2012), mit künstlichen Gesten – in diesen Fällen dem strikten Bewegungscode des klassischen Balletts – im Zentrum. Ihre Performances sind oft Auseinandersetzungen mit Schönheitsidealen und Körpernormen – so z. B. mehr als genug (2009). Seit ihrem Stück more than naked (2013) beschäftigt sich Doris Uhlich in ihren Arbeiten zudem mit der Darstellung von Nacktheit jenseits von Ideologie und Provokation. Dabei nimmt Musik – besonders elektronische Tanzmusik von New Wave bis Techno – eine wichtige Rolle ein. Mit Habitat bespielte sie mit einem ravenden nackten Ensemble die Dominikanerkirche in Krems und die Fassade der Wiener Secession. Für die Performance Ravemachine (2016) hat Doris Uhlich gemeinsam mit dem Tänzer Michael Turinsky den Nestroy-Spezialpreis für „Inklusion auf Augenhöhe“ gewonnen. Die 2018 im Tanzquartier uraufgeführte Produktion Every Body Electric war im Juni 2019 zur Tanzbiennale in Venedig eingeladen.

Hosted by: Tanzquartier Wien